Unterm Sonnenschirm im Biergarten

Erstellt unter Allgemein  von: Carmen
23. September 2011

Was gibt es schöneres im Sommer – ein großes kühles Bier unter schattigen Kastanien. In München geht das an fast jeder Ecke, da laden die großen Biergärten der Brauereien zum regelmäßigen Freiluftbier ein. Natürlich darf in einem bayerischen Biergarten die Verpflegung selbst mitgebracht werden, lediglich die Getränke müssen beim Wirt gekauft werden.

Außerhalb Bayerns entsteht oftmals Verwirrung ob dieser Regelung, nennt sich nördlich des Mains doch fast alles Biergarten, was zwei Stühle, einen Tisch und Sonnenschirme draußen stehen hat. Doch solche, zu einem Restaurant oder einer Kneipe gehörenden Außenbereiche, werden in Bayern zur Abgrenzung Wirtsgarten genannt. Rechtlich abgesichert ist das alles in der Bayerischen Biergartenverordnung – die wurde zuletzt 1999 überarbeitet und gesteht den Biergärten sogar bestimmte Privilegien in Sachen Lärmschutz zu, denn als Naherholungsgebiet im Verdichtungsraum komme den Gärten eine wichtige soziale Funktion zu. Und so hat sich das typische Bild eines Biergartens trotz aller durchgestylter Bars, Kneipen und Event-Locations bis heute kaum verändert: Biertische und Bierbänke stehen dicht aneinander gereiht, flankiert von meist prächtigen alten Kastanien oder einem großzügigen Gastronomieschirm. In Buden oder kleinen Häuschen wird das wichtigste Element des Biergartens verkauft: das Bier. Dazu gibt es natürlich allerlei Speisen, von Schweinshaxen bis hin zur edlen Käseplatte – eben alles, was zum Bier so schmeckt.

Vielerorts gibt es separate Bereiche mit Bedienung und einer breiteren Speisenauswahl.
Die heutigen Regelungen haben ihren Ursprung schon im frühen 19. Jahrhundert als sich die kleineren Brauereien in München von den immer beliebter werdenden Biergärten der großen Konkurrenz bedroht sahen. So durften dort eine Zeit lang gar keine Mahlzeiten verkauft werden.

Nicht überall sind Biergärten so verbreitet und privilegiert wie in Bayern, doch der Trend zur Außengastronomie hält auch anderswo ungebrochen an. Tische, Bänke, Gastronomieschirme und Bäume sorgen dann für ein angenehmes Ensemble.

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